Kunst, Kontrolle, Widerstand: Zwei Abende über ästhetische Freiheit in Chemnitz
- Redaktion

- vor 2 Tagen
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Chemnitz. Die Volkshochschule Chemnitz lädt am 5. März und 12. März, jeweils um 19 Uhr, zu zwei kostenfreien Veranstaltungen in den Kursraum 4.08 im TIETZ (Moritzstraße 20) ein. Im Mittelpunkt stehen künstlerischer Widerstand in den 1980er-Jahren, illegale Druckgrafik in Karl-Marx-Stadt und der Einfluss polnischer Oppositionsbewegungen auf Osteuropa.
Beide Termine sind Teil der Reihe „Stempel & Kissen“, die Kunst, Zeitgeschichte und persönliche Erinnerungen miteinander verbindet.
5. März: Untergrundkunst in Karl-Marx-Stadt
Zum Auftakt spricht Moderator Andreas Bochmann mit dem in Karl-Marx-Stadt geborenen Künstler Joerg Waehner über nicht genehmigte Kunstdrucke, improvisierte Werkstätten und kreative Strategien jenseits staatlicher Kontrolle.
Im Fokus steht die Frage, wie ästhetische Freiheit in einem überwachten System möglich war – und welche Bedeutung kleine, oft im Verborgenen entstandene Arbeiten für das Selbstverständnis einer Generation hatten.
12. März: Polen, Solidarność und politische Umbrüche
Eine Woche später liest Waehner aus seinem Roman „Das schaffen wir“ und ordnet die Rolle der polnischen Gewerkschaftsbewegung Solidarność ein. Die Ereignisse der frühen 1980er-Jahre in Polen wirkten weit über die Landesgrenzen hinaus – auch in die damalige DDR.
Der Abend verbindet Literatur, politische Analyse und persönliche Erfahrungen – und schlägt damit eine Brücke zwischen individueller Biografie und europäischer Zeitgeschichte.
Ausstellung weiterhin im TIETZ zu sehen
Begleitend zu den Veranstaltungen ist die Sonderausstellung von Joerg Waehner in der VHS-Galerie in der 4. und 5. Etage des TIETZ zu sehen. Seine Arbeiten setzen sich mit Überwachung, Anpassungsdruck und individuellem Widerspruch auseinander – Themen, die in Karl-Marx-Stadt ihren Ausgangspunkt hatten, heute jedoch neue Aktualität gewinnen.
Regionale Einordnung für Lust auf Chemnitz
Chemnitz – einst Karl-Marx-Stadt – ist ein Ort, an dem industrielle Identität und politische Geschichte eng verwoben sind. Veranstaltungsformate wie diese machen deutlich, dass kulturelle Aufarbeitung nicht nur Rückblick bedeutet, sondern auch Gegenwartsbezug.
Gerade im Kontext der Kulturhauptstadt-Dynamik und einer wachsenden Debatte über gesellschaftlichen Zusammenhalt gewinnt die Auseinandersetzung mit Freiheitsbegriffen, Kunst und Widerstand neue Relevanz.
Kostenfreie Veranstaltungen mit inhaltlicher Tiefe sind dabei ein wichtiges Signal für offene Diskussionsräume in der Stadtgesellschaft.
Anmeldung & Informationen
Die Teilnahme ist kostenfrei.Eine Anmeldung wird telefonisch unter 0371 488 4343 oder online über die Veranstaltungsseite der VHS empfohlen.
Weitere Informationen:👉 www.vhs-chemnitz.de / 👉 www.tietz-chemnitz.de
Diskussionsfrage
Wie wichtig sind heute Orte wie die Volkshochschule, an denen Kunst und Zeitgeschichte offen über Freiheit, Kontrolle und gesellschaftlichen Wandel diskutiert werden können?
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