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News-Ticker

Weniger Kinder, weniger Plätze: Chemnitz baut Kita-Kapazitäten weiter ab - Stadtrat beschließt Anpassung des Kita-Bedarfsplans bis 2027/2028

  • Autorenbild: Redaktion
    Redaktion
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Kleinkinder spielen in der Kita

Die Stadt Chemnitz reagiert auf den demografischen Wandel: Der Stadtrat hat in seiner aktuellen Sitzung beschlossen, die Kapazitäten in Krippen, Kindergärten, Frühförder- und Horteinrichtungen weiter zu reduzieren. Grundlage ist die Fortschreibung des Kita-Bedarfsplans, der nun bis zum Schuljahr 2027/2028 gilt.


Der Beschluss markiert einen weiteren Einschnitt in die Betreuungslandschaft der Stadt – mit Folgen für Träger, Beschäftigte und Familien.


Was konkret beschlossen wurde

Sinkende Geburtenzahlen und eine veränderte Nutzung der Betreuungsangebote machen aus Sicht der Stadt eine Anpassung notwendig. Die Versorgungsgrade wurden neu festgelegt:

  • Krippenalter: 48 %

  • Kindergartenalter: 87 %

Um diese Zielwerte zu erreichen, sollen bis 2027/2028:

  • rund 330 Betreuungsplätze im Krippenbereich

  • sowie etwa 700 Plätze im Kindergartenbereichabgebaut werden.


Betroffen sind neben klassischen Kitas auch Einrichtungen der Frühförderung, Horte an Förderschulen und die Kindertagespflege.


Wie der Abbau umgesetzt werden soll

Ab Februar 2026 will die Stadt sozialräumlich orientierte Gespräche führen. Ziel ist es, gemeinsam mit den freien und kommunalen Trägern Schließungen, Zusammenlegungen oder Umstrukturierungen abzustimmen. Der Prozess soll trägerübergreifend erfolgen, um eine möglichst ausgewogene Lösung für die einzelnen Stadtteile zu finden.

Ein Automatismus ist damit nicht verbunden – jede Entscheidung soll im jeweiligen Sozialraum betrachtet werden.


Der Kita-Bedarfsplan als Steuerungsinstrument

Der Kita-Bedarfsplan ist das zentrale Instrument zur Steuerung der Kindertagesbetreuung in Chemnitz. Er wird jährlich überprüft und fortgeschrieben und basiert auf:

  • Bevölkerungsprognosen

  • aktuellen Belegungszahlen

  • bereits beschlossenen Kapazitäten


Trotz des Abbaus betont die Stadt, dass der Rechtsanspruch auf Bildung, Erziehung und Betreuung weiterhin uneingeschränkt gewährleistet bleiben soll – für Kinder in Krippe, Kindergarten und Hort.


Einordnung: Notwendige Anpassung mit Risiken

Der Beschluss folgt einer klaren Logik: Weniger Kinder bedeuten langfristig weniger Bedarf. Gleichzeitig birgt der Abbau Risiken. Familien brauchen verlässliche, wohnortnahe Angebote, und Fachkräfte benötigen Planungssicherheit. Gerade wenn sich demografische Trends wieder ändern oder Stadtteile unterschiedlich stark betroffen sind, kann ein zu starker Rückbau später schwer korrigierbar sein.

Für Chemnitz wird entscheidend sein, den Prozess transparent, sozial ausgewogen und flexibel zu gestalten – damit aus einer statistisch sinnvollen Anpassung kein strukturelles Problem wird.


Adresse & Kontakt

Stadt Chemnitz – Amt für Jugend und Familie

📍 Markt 1, 09111 Chemnitz

📞 Telefon: 0371 / 488 0


Tags & Keywords

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