La Casa del Vino: Chemnitz hat Hunger auf Echtheit
- Redaktion

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Chemnitz bekommt auf dem Sonnenberg einen neuen Italiener – La Casa del Vino. Nicht „noch eine Pizza“, sondern ein Laden, der Wein- und Esskultur ernst nimmt. Und ja: genau sowas hat gefehlt, weil es dem Viertel ein anderes Selbstbild gibt – weniger „durchhalten“, mehr „ausgehen“. Adresse ist Dresdner Straße 76 (Eingang wohl über Lessingstraße), mit klaren Öffnungszeiten und dem Anspruch, mehr als Standard zu liefern.
Was mich daran reizt, ist nicht nur das Restaurant. Es ist das Signal: Chemnitz will nicht mehr brav sein, sondern gut. Der Sonnenberg ist längst nicht mehr nur Kulisse fürs „da passiert ja nix“-Gerede. Wenn dort plötzlich Trüffelpasta, Thunfisch-Carpaccio und eine ernsthafte Weinkarte diskutiert werden, ist das ein Kulturwandel – ganz ohne Kulturprogramm.
Und jetzt der unangenehme Teil: Genau bei solchen Neueröffnungen kippt Chemnitz gerade in diese „Anzeige“-Wolke, wo Lob automatisch klingt wie gekauft. Das schadet am Ende allen: dem Laden, dem Publikum, sogar den Food-Accounts. Wer Chemnitz kulinarisch groß machen will, braucht nicht mehr Werbung – sondern mehr Glaubwürdigkeit. Ein neuer Italiener darf gefeiert werden. Aber bitte so, dass man es dem Lob auch glaubt.
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Diskussionsfrage: Braucht Chemnitz mehr mutige Neueröffnungen – oder zuerst eine ehrlichere Gastro-Öffentlichkeit, in der „Anzeige“ nicht wie ein Maulkorb fürs Urteil wirkt?
Tags: #lustaufchemnitz




